Brauche ich einen Steuerberater oder reicht ein Buchhalter? Diese Frage stellen sich viele Unternehmer – und die Antwort ist weniger eindeutig, als man denkt. Denn die Aufgabengebiete überschneiden sich teilweise, und die Kosten unterscheiden sich erheblich. In diesem Beitrag erklären wir die Unterschiede, zeigen, welche Aufgaben wer übernehmen darf, und verraten, wie Sie die optimale Kombination für Ihr Unternehmen finden.
Der Steuerberater: Aufgaben und Befugnisse
Der Steuerberater ist ein staatlich geprüfter und zugelassener Berufsträger, der einer strengen Berufsordnung unterliegt. Er hat weitreichende Befugnisse, die anderen Berufsgruppen verwehrt sind:
- Steuerberatung: Nur Steuerberater dürfen in steuerlichen Angelegenheiten beraten – etwa zur optimalen Rechtsform, zu Investitionsentscheidungen oder zur Steuerplanung.
- Steuererklärungen: Die Erstellung und Einreichung von Steuererklärungen ist Steuerberatern vorbehalten.
- Jahresabschluss: Die Aufstellung des Jahresabschlusses darf nur von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder vereidigten Buchprüfern vorgenommen werden.
- Vertretung vor dem Finanzamt: Nur Steuerberater dürfen Sie gegenüber dem Finanzamt vertreten – bei Einsprüchen, Betriebsprüfungen oder Rechtsbehelfsverfahren.
Die Vergütung von Steuerberatern ist in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Die Gebühren richten sich nach dem Gegenstandswert und dem Umfang der Tätigkeit. Typische Jahreskosten für Steuererklärung und Jahresabschluss liegen für ein KMU bei 3.000 bis 10.000 Euro.
Der Buchhalter: Aufgaben und Grenzen
Ein Buchhalter – oder Buchhaltungsservice – übernimmt die laufende Buchführung. Dazu gehören die Verbuchung von Geschäftsvorfällen, die Kontenabstimmung, die Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldung, die Erstellung von Auswertungen wie BWA und Summen- und Saldenliste sowie das Mahnwesen und die Offene-Posten-Verwaltung.
Was ein Buchhalter nicht darf: Steuererklärungen erstellen, steuerlich beraten, den Jahresabschluss aufstellen oder Sie vor dem Finanzamt vertreten. Diese Tätigkeiten sind gesetzlich Steuerberatern vorbehalten.
Die Kosten für einen Buchhaltungsservice sind in der Regel deutlich niedriger als die eines Steuerberaters, weil die laufende Buchführung weniger komplex ist und in größerem Umfang standardisiert werden kann.
Warum die Kombination optimal ist
Die meisten Unternehmen fahren am besten mit einer Kombination aus Buchhaltungsservice und Steuerberater. Der Grund ist einfach: Die laufende Buchführung – also das tägliche Buchen von Belegen, die monatliche BWA und die Umsatzsteuervoranmeldung – ist eine standardisierbare Routineaufgabe, die ein Buchhaltungsservice effizienter und günstiger erledigen kann als ein Steuerberater.
Der Steuerberater kommt dann ins Spiel, wenn es um strategische Fragen geht: Steuererklärung, Jahresabschluss, steuerliche Gestaltung und Vertretung gegenüber dem Finanzamt. Indem Sie die Routinearbeit an einen Buchhaltungsservice auslagern, reduzieren Sie die Stunden, die Ihr Steuerberater aufwenden muss – und damit Ihre Steuerberaterkosten.
So funktioniert die Zusammenarbeit in der Praxis
Bei Buchmeister arbeiten wir eng mit dem Steuerberater unserer Mandanten zusammen. Der Prozess sieht typischerweise so aus:
- Monatliche Buchführung: Buchmeister verbucht alle Geschäftsvorfälle, erstellt die Umsatzsteuervoranmeldung und liefert die monatliche BWA.
- Datenaustausch: Die Buchhaltungsdaten werden dem Steuerberater über standardisierte DATEV-Schnittstellen bereitgestellt – automatisch, vollständig und fehlerfrei.
- Jahresabschluss: Der Steuerberater erstellt auf Basis der sauber aufbereiteten Daten den Jahresabschluss und die Steuererklärungen.
- Steuerliche Beratung: Der Steuerberater berät Sie in strategischen Fragen – auf Basis der aktuellen Zahlen, die Buchmeister bereitstellt.
Das Ergebnis: Ihr Steuerberater erhält perfekt aufbereitete Daten und kann sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren. Sie sparen Geld, weil die aufwändige Routinearbeit vom günstigeren Buchhaltungsservice erledigt wird.
Was kostet die optimale Kombination?
Ein typisches Unternehmen mit 200 bis 300 Belegen pro Monat zahlt bei der Kombination aus Buchhaltungsservice und Steuerberater deutlich weniger, als wenn der Steuerberater alles erledigt. Die Ersparnis liegt erfahrungsgemäß bei 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten – bei gleicher oder sogar besserer Qualität der laufenden Buchführung.
Fazit
Steuerberater und Buchhalter sind keine Konkurrenten, sondern ergänzen sich optimal. Die laufende Buchführung gehört in die Hände eines spezialisierten Buchhaltungsservice, die strategische Steuerberatung und der Jahresabschluss zum Steuerberater. Diese Arbeitsteilung spart Kosten und erhöht die Qualität. Sprechen Sie uns an – wir stimmen die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater nahtlos ab.